Der Fokus im Sturm der Veränderung 

Die Konstante in Zeiten des Erwachsenwerdens: Die Matte bleibt immer gleich

Wie behält man den Fokus, wenn sich das ganze Leben auf einen Schlag verändert?

Es gibt Phasen im Leben, da bricht alles gleichzeitig über einen herein. Der Übergang von der Schulzeit in das Erwachsenenleben ist genauso ein Moment. Wenn die Schule vorbei ist, das Abitur in der Tasche liegt und plötzlich alle Türen offen stehen, fühlt sich das nach Freiheit an, aber oft auch nach einer Menge Druck.

Noch intensiver wird es, wenn man wie in unserem Beispiel nicht nur ein reguläres Abitur absolviert, sondern gleichzeitig auch den Abschluss der koreanischen Schule meistert. Zwei Abschlüsse, zwei Welten, die man hinter sich lässt, während die Frage nach der Zukunft immer lauter wird: Studium? Beruf? Wo ist mein Platz?

In solchen Umbruchphasen verliert man leicht den Boden unter den Füßen. Alles ist neu, alles ist in Bewegung. Genau hier zeigt sich der wahre Wert des Kampfsports. Wenn sich im Außen alles verändert, bleibt die Matte konstant.

Der Schritt in den Dojang bedeutet: Den Kopf frei machen. Die Struktur des Trainings, das gemeinsame Aufwärmen, die klaren Formen und Abläufe., Der Fokus auf die Bewegung schenkt dem Geist eine Pause vom Zukunftsstress. Wer im Taekwondo gelernt hat, sich auf den nächsten präzisen Schritt zu konzentrieren, wendet diese Fähigkeit auch im Leben an. Man lernt, große, unüberschaubare Herausforderungen in machbare Etappen zu zerlegen.

Kampfsport gibt in stürmischen Zeiten genau das, wonach viele in der Rushhour des Lebens suchen. Man behält den Fokus im Sturm der Veränderung, indem man eine feste Konstante in sich selbst und auf der Matte verankert, die einem unabhängig von äußeren Umständen Halt und Richtung gibt.

Trainer Young Du